Das Eisenbahnmuseum Triest ist im Bahnhof der ehemaligen k&k Staatsbahnen untergebracht. Hier endeten seinerzeit die "Ferrovia
Transalpina" oder "Wocheinerbahn", sowie die Linie nach Pula und
die Schmalspurbahn nach Porec. Leider ist das Gebäude in einem bedauernswerten
Zustand. Bereits in der Zwischenkriegszeit stürzte die einst prächtige Halle
ein, Mussolini schenket den Triestern einen neuen Bahnhof und lies so das verhasste
Relikt aus der K&K Zeit in die Bedeutungslosigkeit versinken.
2004 habe ich dieses Museum neuerlich besucht. Diese
Bilder sind blau umrahmt, der Text ebenfalls blau.

So sah er einst aus in seiner Blütezeit, wie ein tolles Modell zeigt.
Man beachte die gusseisernen Steher die die Front abstützten, heute liegen sie
im Bahnhofsvorfeld herum.
Nun aber zu den Lokomotivexponaten des Museums.
Gleich zu beginn sticht einem die ex k&kStB 229.170 in die Augen. 1916 bei Krauss in Linz als
Fabriknummer 7112 gebaut. Aber sie trug auch
schon die Nummer FS 912.46, JZ 116-032, DRB 75 743. Das zeugt auch anschaulich
von den unterschiedliche Besitzverhältnissen der Bahnen um Triest. Insgesamt
sind noch 3 weitere Maschinen dieser Baureihe erhalten, in Ljubljana,
im Heizhaus Strasshof, sowie eine in sehr traurigen Zustand in
Zagreb.
2004 steht die Lok jetzt in der ehemaligen Bahnhofshalle,
noch
immer in gutem Zustand, der Lack allerdings etwas matter.
Die 1920 in Floridsdorf gebaute 270.158 steht leider auch wie alle anderen Exponate
im freien, aber scheinbar ist man um eine Restaurierung bemüht. Sie wurde an
die "Societa italiano per il mare nero", Nachfolgegeselschaft der
Südbahn, geliefert. Diese Maschine hieß aber auch schon FS 728.022 und JZ 25.022.
2004 wurde diese Lok an das
Eisenbahnmuseum in Ljubljana
überstellt. Dort wird sie betriebsbereit aufgearbeitet. Die arbeiten sind im
Herbst 2005 abgeschlossen und die Lok ist zurückgekehrt.
Die Buchstaben "Ö.St.B" sind noch an der
Achslagerblende des Tenders der 270, obwohl herausgestemmt, zu erkennen. Es
scheint sich daher nicht um den Originaltender zu handeln.

Die k&kStB Reihe 80 ist mit der 80.100, Baujahr 1911, vertreten. Die Reiher
80 ist eine Weiterentwicklung der Gölsdorfschen Rh 180. Er hätte wohl mit dem Schneeräumer eventuell ästhetische
Probleme gehabt, interessant währe seine Lösung sicher gewesen.
Die 470 108 bringt manchmal Sonderzüge auf die
Wocheinerbahn oder nach Ljubljana.
Weitere Lokomotiven
| Bezeichnung |
Typ |
Hersteller/Baujahr |
Besonderheiten |
| FS
835.231 |
Ct |
Officine Meccaniche di Napoli / 1911 |
|
| FS 895.115 |
Dt |
Ernesto Breda di Milano / 1908 |
Interessante Anordnung der Wasserkästen |
| FS
880.023 |
1Ct |
Ernesto Breda di Milano / 1922 |
|
| FS 640.064 |
1C |
Ernesto Breda di Milano / 1908 |
Zylinder innenliegend, Steuerung außen. |
| FS
683.015 |
1C1 |
MAV Budapest / 1918 |
Ex MAV 324 736, ex JZ 22 069 |
| FS 740.095 |
1D |
Ansaldo di Genova / 1913 |
|
| FS E626-027 |
Bo'Bo Bo' |
Ernesto Breda di Milano / 1931 |
|
Nun noch ein kleiner Rundgang durch das Gelände

2 Lazarettwagen mit entsprechender Inneneinrichtung.

Einige "Mille Porte" genannten Abteilwagen aus verschiedenen Epochen
stehen am ehemaligen Bahnsteig.
Hier einige Eindrücke aus dem durchaus kommunikativen Innenleben.

Panzerspähwagen aus dem 2. Weltkrieg vom Typ Steyr K2670.
Dann gäbe es da noch
Rangiertraktoren, Kleinlokomotiven,
Güterwagen,
Kranwagen, Schneepflüge,
...
Nun noch ein paar Bilder aus dem inneren des Museums.

Viele Dioramen zeigen Szenen der umliegenden Bahnen. Letzteres Bild beschreibt
die Situation des ersten Bahnhofes in Triest um 1860. Auch eine Modellbahnanlage
ist zu sehen. Sehr gut gestaltet.

Diese Aufnahme zeigt wohl am deutlichsten am Beispiel der verschiedenen
Kilometersteine die bewegte Geschichte der Südbahn. Auch die Fahrraddraisine
ist für die Zeit typisch.

Im Hintergrund müht sich ein nicht sehr authentisch gekleideter Eisenbahner an
der Schienenschneidmaschine.

Die Firma Czermack in Wien und Telpitce stellte wohl jede Menge dieser
Spritzenwagen für die Bahn her.
Ein Saal ist dem Fernmelde- und Signalwesen gewidmet, in einem anderen diverse Aggregate
von Lokomotiven.

Reichhaltig ist auch die Sammlung von Schildern und Beschriftungen.

KK StB nebst Flügelrad ist mit kleinen Löchern in die Bank eingearbeitet.
Zusammen mit Stempeln, Amtsbüchern und Formularen sowie Büroeinrichtungen
füllen sie ebenfalls einen kleinen Saal.
Leider kann ich nicht alle 140 Bilder die ich vom Museum gemacht habe hier
zeigen. Weitere Bilder findet man in meinem Eisenbahn
Bilder Archiv 4.
Museo
Ferroviario di Trieste Campo Marzio
Via Giulio Cesare, 1
34100 Trieste - Tel. (040) 3794185; Fax. (040) 312756
Täglich geöffnet, außer Montag von 9 bis 13 Uhr.
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