"Mit dem Grünen Anton und dem Albatros zum Dampflokfest nach Selzthal" hieß
die ÖBB Nostalgie Veranstaltung, die wir am 7.6. gebucht hatten. Die Vorfreude
wurde dahingehend getrübt als sich die als "Fenster" Plätze ausgewiesenen Plätze
auf der Fahrkarte durch ihre Nummerierung im Wagen als Gangplätze
herausstellten. Kein Einzelfall, es stimmt fast nie.
Nichts desto Trotz steht die versprochene Garnitur am Wiener Südbahnhof
frühmorgens zur Abfahrt bereit.
Nach Meidling biegen wir auf die Verbindungsbahn ein, überqueren die Hadikgasse
und kommen über Hütteldorf auf die Westbahnstrecke.
Dort mischen wir uns in den starken Morgenverkehr und müssen oft wegen
Zugkreuzungen und Überholungen halten. Bis St. Pölten haben wir bereits eine
saftige Verspätung eingefahren, die sich bis Selzthal auf über eine Stunde
ausweiten wird.
Zügig streben wir St. Pölten zu wo wir gerade noch die Ausfahrt der
Mariazellerbahn erleben. Natürlich ist beim Auslösen der Kamera gerade der Mast
vor dem Objekt, Murphy schau oba.
Ankunft in Amstetten mit Minus 20, die Loks kuppeln ab und verschwinden Richtung
Heizhaus. Wir ahnen nicht, dass sich das für 75 Minuten hinziehen wird. Die
ganze Reisegruppe starrt wie gebannt in Richtung der in der Ferne sichtbaren
Rauchschwaden, um ein Anzeichen zu erhaschen, dass es endlich etwas weitergeht.
Endlich taucht der "Grüne Anton" auf, aber es dauert noch etwas, ein Güterzug
rangiert gerade Wagen aus. Aber dann geht es doch zügig weiter Richtung Gesäuse,...
.... aber nicht zu lange, denn in Rosenau stehen wir schon wieder für 15
Minuten, um eine Zugkreuzung abzuwarten. Zeit genug um den beiden "Slowaken"
einen Besuch abzustatten.
Der Albatros aus der Sicht der Mannschaft, Heizerseite mit Stocker und ein Blick
aus der Sicht des Lokführers.
Wir schlängeln uns durch das Ennstal.
Eine Prämiere; normalerweise kenne ich Zugverfolger nur per Auto, ein
Hubschrauber war echt neu für mich, wohl auch wegen der spektakulären Tiefflüge.
Durchfahrt durch Admont. Die beiden Fotohalte sind wegen der Verspätung
gestrichen. Wann wird die ÖBB endlich lernen so zu planen, dass sie Ihr
Programm, das ja auch genug Leute anlockt, einhält. Dass ab und an etwas schief
geht ist verständlich, dass aber bei einer Fahrt alles schief geht ist
verwunderlich, kennen sie ihre eigenen Fahrpläne nicht? Leider ist das auch
nicht das erste Mal.
Ankunft in Selzthal, nein die 52 7046, obwohl weit jünger als manche der noch
aktiven Dampfloks, darf nicht mitmachen.
Die 50 3519, ex DR Lok mit typischem Mischvorwärmeraufsatz, der ÖGEG fährt die
Gäste spazieren.
Na das kann was werden, dichtgedrängt stehen die Zuschauer direkt an der Grube,
von hinten kommt Protestgeheul, das allgemein ignoriert wird. Die ORF Crew
stellt sich wie gewohnt direkt vor jenen auf, die seit einer Stunde in der Sonne
braten, um einen guten Fotostandpunkt zu haben, "mir san jo net zum Spaß
do....", ebenfalls unbeeindruckt von der Menge.
Nochmals die 50er der ÖGEG
ÖGEG 01 533, DR Rekolok, sie ist mir noch gut von einer fahrt Wien-Budapest vor
einigen Jahren in Erinnerung. (Leider keine Bilder :-(()
03 2285, ebenfalls einen DR Lok, etwas fremd für österreichische Verhältnisse
der Vorwärmer auf der Rauchkammer.
Die ÖGEG 12.14 die mit einem Sonderzug aus Graz mit ebenfalls erheblicher
Verspätung ankam.
Dann wird noch der "Grüne Anton" präsentiert. Wie bei der 12.14 muss ganz genau
auf die Drehscheibe rangiert werden, es geht um Zentimeter.
Sicherlich ein Höhepunkt, die gerade aus Ceske Velenice zurückgekehrte,
Knittelfelder 52 4984. Gag am Rande, der Rangierer in "Badehose", der meistens
in Bildmitte präsentierte und nur unwillig das Feld räumte.
Die 86er ließ nochmals ihren in dieser Gegend wohlbekannten charakteristischen
Pfiff erklingen.
Dann rangiert der "Albatros" auf Stand 2, nicht ohne vorher seine Runden zu
drehen.
Ich möchte nicht wissen wie lange man putzen muss, um eine Lok in einem
äußerlich derart tadellosen Zustand zu versetzten, wie es anscheinend die Crew
der ÖGEG 93 getan hat.
Die MAV 424 247 ist mit einem Sonderzug aus Ungarn angekommen. Obwohl eine sehr
erfolgreiche Konstruktion, sieht sie für mich mit ihrer extrem hoch liegenden
Feuerbüchse, etwas seltsam aus. Öl gefeuert lässt der Heizer den Brenner bei den
Drehungen richtig "wummern".
Aus Strasshof ist die 3033 angereist, eine Gewaltleistung für die alte Dame.
Kalt, weil nicht betriebsfähig, ist die ÖGEG 78.618 zu sehen. Nach der Parade
muss ihr die 91er von der Scheibe helfen, da die kleine Jenbacher streikt.
Damit ist die Parade zu Ende, nun endlich auf ein kühles Helles.
Die ÖGEG hat so ziemlich den ganzen Fuhrpark herangebracht, auch die Schmalspur.
Abends bringt mich die moderne Bahn zurück, das zumindest pünktlich.
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